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Nähanleitungen

Rollsaum nähen: 4 Methoden im Vergleich

Ein Rollsaum ist ein sehr schmaler Saumabschluss, bei dem sich die Stoffkante zu einer feinen Rolle einschlägt. Vier Wege führen dorthin, und welcher für dich der richtige ist, hängt vor allem von deiner Maschine und deinem Stoff ab.

Nähmaschinennadel beim Nähen einer schmalen Saumkante an hellem Stoff.

Der fertige Rollsaum ist nur 2 bis 3 Millimeter breit und ersetzt bei leichten Stoffen den klassischen doppelt umgeschlagenen Saum. Er wiegt fast nichts, deshalb hängt ein Chiffonrock damit weich statt steif. Bei dicken Stoffen funktioniert er nicht, weil sich eine schwere Kante nicht einrollen lässt.

Marlenes Tipp

Näh die Methode einmal an einem Reststreifen desselben Stoffes, nicht an einem beliebigen Probelappen. Ob sich eine Kante einrollt, entscheidet das Gewicht des Stoffes, und ein Baumwollrest sagt dir nichts darüber, wie sich dein Musselin verhält.

Welche Methode passt zu welchem Projekt

Mit einem Rollsaumfuß an der Haushaltsnähmaschine bekommst du die gleichmäßigste Kante, brauchst aber Geduld beim Einführen des Stoffes. Ohne Spezialfuß kommst du mit zweimal schmal umgeschlagener Kante oder mit Zickzack zum Ziel, das dauert länger, gelingt aber auch an sehr feinen Stoffen zuverlässig. Die Overlock ist die schnellste Lösung und die beste Wahl für lange Kanten wie Schals oder Volants. Von Hand genäht bleibt der Saum von außen fast unsichtbar, dafür ist es die langsamste Variante.

MethodePasst zuAufwandErgebnis
Mit RollsaumfußChiffon, Batist, feine Baumwollemittelgleichmäßig, sehr schmal
Ohne RollsaumfußMusselin, Viskose, Tüllhöhersauber, volle Kontrolle
Mit Overlocklange Kanten, Schals, Volantsgeringdichte Fadenkante
Von HandSeide, Sichtkantenhochvon außen kaum sichtbar

Rollsaum oder Rollnaht: der Unterschied

Ein Rollsaum schließt eine einzelne Stoffkante ab. Eine Rollnaht verbindet zwei Stofflagen und säubert die Kante im selben Arbeitsgang. An der Overlock liegt der Unterschied nur in der Stichlänge: kurz eingestellt wird die Fadendecke dicht und du nähst eine Rollnaht, etwas länger eingestellt bleibt sie offener und du nähst einen Rollsaum.

Praktisch heißt das: Für den Saum eines Tuchs nimmst du den Rollsaum. Für die Seitennaht eines Chiffonkleides, die gleichzeitig verbunden und versäubert werden soll, die Rollnaht. Ich verwechsle die Begriffe bis heute regelmäßig im Kopf und merke es erst an der Einstellung der Maschine.

Nadel, Garn und Saumzugabe

Für alle vier Methoden gilt: feine Nadel, feines Garn, wenig Zugabe. Eine Microtex-Nadel in 60 oder 70 hinterlässt bei Chiffon und Seide keine sichtbaren Löcher, ein dünnes Polyestergarn baut im schmalen Saum kein Volumen auf. Als Saumzugabe reichen 1 bis 1,5 Zentimeter, weil der Rest beim Einrollen verbraucht oder vom Overlockmesser abgeschnitten wird.

Wasch und bügle den Stoff vor dem Zuschnitt, wenn er einlaufen kann. Ein Rollsaum ist so schmal, dass du ihn nachträglich nicht mehr korrigieren kannst. Bei Viskose habe ich das einmal übersprungen, und nach der ersten Wäsche saß der Saum wellig, ohne dass an der Naht etwas falsch war.

Kurz zusammengefasst

Der Rollsaum ist der Saum für leichte Stoffe: 2 bis 3 Millimeter breit, 1 bis 1,5 Zentimeter Saumzugabe genügen. Welche der vier Methoden du nimmst, entscheidet deine Ausstattung. Unten findest du die passende Anleitung.

Die passende Anleitung finden

Häufige Fragen zum Rollsaum

Was ist der Unterschied zwischen Rollsaum und Rollnaht?

Der Rollsaum ist ein Kantenabschluss an einer einzelnen Stoffkante, die Rollnaht verbindet zwei Stofflagen und schließt die Kante im selben Arbeitsgang ab. An der Overlock unterscheiden sich beide nur durch die Stichlänge: kurz eingestellt entsteht die dichte Rollnaht, etwas länger eingestellt der offenere Rollsaum.

Welcher Stich eignet sich für einen Rollsaum?

An der Haushaltsnähmaschine ein Geradstich mit 2 bis 2,5 Millimetern Stichlänge, wenn du mit Rollsaumfuß arbeitest. Ohne Fuß funktioniert auch ein enger Zickzackstich über die eingerollte Kante. An der Overlock nähst du mit drei Fäden und kurzer Stichlänge.

Wie viel Nahtzugabe brauchst du für einen Rollsaum?

Ein bis eineinhalb Zentimeter genügen. Der fertige Rollsaum ist nur 2 bis 3 Millimeter breit, der Rest wird beim Einrollen verbraucht oder vom Overlockmesser abgeschnitten. Wer 3 Zentimeter Saumzugabe einplant, schneidet beim Rollsaum den größten Teil wieder weg.

Für welche Stoffe ist ein Rollsaum geeignet?

Für leichte, fließende Stoffe wie Chiffon, Musselin, Batist, Viskose, Seide und Tüll. Bei dicken Stoffen wie Canvas oder Sweat lässt sich die Kante nicht sauber einrollen, dort ist ein normaler umgeschlagener Saum die bessere Wahl.