Kleid nähen: Überblick für dein Projekt
Ein Kleid ist im Grunde ein Oberteil, das nach unten weitergeht. Wie aufwendig es wird, entscheidet nicht die Länge, sondern die Passform an Taille und Armausschnitt. Welcher Schnitt zu dir passt und wie viel Stoff du brauchst, steht hier.
Der Ablauf ist bei fast jedem Kleid gleich: Schnittteile zuschneiden, Schultern schließen, Seitennähte nähen, Halsausschnitt versäubern, Ärmel einsetzen oder auslassen, säumen. Aufwändig wird es erst dort, wo der Stoff dem Körper folgen soll, also an Taille, Brust und Armkugel.
Näh dein erstes Kleid aus einem günstigen Baumwollstoff und trag es einmal einen ganzen Tag, bevor du dasselbe Modell aus dem guten Stoff nähst. Erst nach ein paar Stunden merkst du, ob der Ausschnitt rutscht oder die Taille an der falschen Stelle sitzt.
Welcher Kleidschnitt passt zu welchem Nählevel
Für den Anfang ist ein gerades Jerseykleid am dankbarsten, weil der dehnbare Stoff Passformfehler ausgleicht und kein Reißverschluss nötig ist. Ein Trägerkleid ohne Ärmel spart dir die Armkugel, den anspruchsvollsten Teil am Kleid. A-Linien-Schnitte aus Webware brauchen einen sauberen Ausschnitt und meist einen Verschluss, und ein Wickelkleid verlangt zusätzlich saubere Kanten am Übergriff.
| Kleidart | Stoff | Level | Knackpunkt |
|---|---|---|---|
| Jerseykleid, gerade | Jersey, French Terry | Anfänger | Halsausschnitt mit Bündchen |
| Trägerkleid | Baumwolle, Viskose | Anfänger | Trägerlänge, Ausschnittkante |
| A-Linien-Kleid | Baumwolle, Musselin | mittel | Verschluss, Saum an der Rundung |
| Wickelkleid | Viskose, Jersey | fortgeschritten | Übergriff, Bindebänder |
Wie viel Stoff brauchst du?
Für ein knielanges Kleid in Größe 38 rechne bei 140 Zentimeter Stoffbreite mit 2 bis 2,5 Metern. Bei ausgestellten Röcken, Maxilänge oder großen Mustern, die im Rapport zusammenpassen müssen, kommen 50 Zentimeter bis ein Meter dazu. Lieber einen halben Meter mehr kaufen als hinterher eine zweite Bahn suchen, die es in der Farbe nicht mehr gibt. Das ist mir mit einem Musselin genau einmal passiert.
Ausschnitt und Verschluss entscheiden über den Aufwand
Der Halsausschnitt ist die Stelle, an der ein selbstgenähtes Kleid als selbstgenäht erkennbar wird. Bei Jersey löst du ihn am einfachsten mit einem Bündchen, das du auf 70 Prozent der Ausschnittlänge zuschneidest und beim Annähen dehnst. Bei Webware brauchst du stattdessen einen Besatz aus demselben Stoff oder ein Schrägband, weil eine nicht dehnbare Kante sonst absteht.
Beim Verschluss gilt: Jede Kleidart, die über den Kopf passt, braucht keinen. Sobald die Taille enger als der Brustumfang sitzt, kommst du ohne Reißverschluss oder Knopfleiste nicht aus. Miss deshalb vor dem Zuschnitt, ob dein Schnitt an der engsten Stelle noch über die Schultern geht.
Kurz zusammengefasst
Der Schnitt entscheidet über den Aufwand, nicht die Kleidlänge. Jersey und Trägerschnitte sind anfängertauglich, Wickelkleider und eingesetzte Ärmel brauchen Übung. Rechne 2 bis 2,5 Meter Stoff für ein knielanges Kleid, und wähl den Saum passend zum Stoffgewicht: leichte Sommerstoffe bekommen einen schmalen Rollsaum, festere Baumwolle einen normal umgeschlagenen Saum.
Anleitungen zu einzelnen Kleid-Themen folgen hier laufend, unter anderem zum nachträglich eingenähten Schlitz und zum Kinderkleid. Bis dahin findest du unten die Grundtechniken, die du bei jedem Kleid brauchst.
Grundtechniken für dein Kleid

Rollsaum nähen

Bündchen annähen

Rock nähen

Stoff kräuseln
Häufige Fragen zum Kleid nähen
Welches Kleid ist für Anfänger am einfachsten?
Ein gerade geschnittenes Jerseykleid ohne Reißverschluss. Der dehnbare Stoff verzeiht kleine Passformfehler, und du brauchst weder Verschluss noch Abnäher. Wickelkleider und Kleider mit Knopfleiste sind deutlich anspruchsvoller.
Wie viel Stoff brauchst du für ein Kleid?
Für ein knielanges Kleid in Konfektionsgröße 38 rechnest du bei 140 Zentimetern Stoffbreite mit etwa 2 bis 2,5 Metern. Bei ausgestellten Schnitten, langen Kleidern oder großen Mustern, die im Rapport passen müssen, kommen 50 Zentimeter bis 1 Meter dazu.
Welcher Stoff eignet sich für ein Sommerkleid?
Leichte Webware wie Baumwollbatist, Musselin oder Viskose. Sie fallen weich und sind luftig, brauchen aber einen schmalen Saum. Für ein alltagstaugliches, unkompliziertes Kleid ist Jersey die pflegeleichtere Wahl.
Brauchst du ein Schnittmuster für ein Kleid?
Für gerade Schnitte nicht zwingend, du kannst ein weit geschnittenes T-Shirt als Vorlage abnehmen und nach unten verlängern. Sobald Abnäher, Taillennähte oder eingesetzte Ärmel dazukommen, ist ein Schnittmuster die verlässlichere Grundlage.